Umschuldung

Als Umschuldung wird die Neustrukturierung bestehender Verbindlichkeiten bezeichnet. Dabei werden in der Regel teure Raten- und Dispositionskredite durch einen günstigen Kredit abgelöst.

Mit einer Umschuldung werden mehrere Ziele verfolgt

  1. Zum einen können die Finanzierungskosten gesenkt werden, wenn teure Kredite durch günstige Darlehen abgelöst werden. Dies ist regelmäßig dann möglich, wenn ein Teil der Verbindlichkeiten aus Dispositionskrediten und in Anspruch genommenen Kreditrahmen von Revolving-Kreditkarten besteht.
  2. Ein weiteres Ziel einer Umschuldung kann die Reduzierung der monatlichen Belastung sein. Diese kann nicht nur durch verringerte Zinskosten, sondern auch durch eine Verlängerung der Laufzeit erreicht werden. Eine Ratenreduzierung ist immer dann sinnvoll, wenn das Haushaltsbudget durch die Kreditraten unangemessen stark beschnitten wird.
  3. Schließlich kann eine Umschuldung auch dazu dienen, alle bestehenden Kredite zu einem Darlehen zusammenzufassen und dadurch einen besseren Überblick über die privaten Finanzen zu gewinnen.

Clever sparen: Budget entlasten mit dem richtigen Kredit

Mit Umschuldungen lässt sich das Haushaltsbudget schnell und nachhaltig entlasten. Millionen Bundesbürger zahlen horrende Zinsen für überteuerte Ratenkredite, Kreditkartenschulden und ihren Dispokredit. Werden alle Verbindlichkeiten zu einem zinsgünstigen Kredit mit adäquater Laufzeit zusammengefasst, stellen sich niedrigere Kosten und mehr Spielraum ein.

Dispokredite kosten im Durchschnitt 12 Prozent Zinsen. Ratenkredite bei Filialbanken sind mit 9 bis 11 Prozent Zinsen p.a. ebenfalls nicht günstig. Besonders teuer sind Teilzahlungen bei Kreditkarten mit revolvierendem Kreditrahmen: Hier werden zwischen 12 und 20 (!) Prozent p.a. fällig.

Ratenkredite sind bei günstigen Banken bereits ab ca. 6 Prozent Zinsen p.a. erhältlich. Dieser Zinssatz gilt für Kredite ab 60 Monaten Laufzeit und Kunden mit durchschnittlicher Bonität. Werden Gesamtschulden über 10.000 Euro mit einem Kredit zu 6 Prozent Zinsen und 60 Monaten Laufzeit abgelöst, beträgt die monatliche Rate knapp 193 Euro. Zum Vergleich: Bei einem durchschnittlichen Effektivzinssatz der Altschulden beträgt die Monatsrate 224 Euro. Die Gesamtersparnis: 1860 Euro!

Kredite zusammenfassen für die mentale Bequemlichkeit

Umschuldungen sind nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht sinnvoll. Studien ergeben immer wieder, dass viele Verbraucher durch eine größere Anzahl regelmäßiger Verpflichtungen den Überblick verlieren und sogar in einen Stress-Zustand geraten können. Eine einzelne Rate ist sehr viel bequemer.

Ausgerechnet Bequemlichkeit ist der Grund dafür, dass Umschuldungen zu häufig auf die lange Bank geschoben werden. In vielen Fällen fürchten Kreditnehmer um eine Absage oder scheuen schlicht den Gang zur Hausbank. Besonders häufig ist diese „Strategie“ bei Kreditnehmern anzutreffen, die mit ihren laufenden Krediten bereits überfordert sind und deshalb die Auseinandersetzung mit ihrer Situation scheuen.

Wer zu lange wartet, riskiert seine eigene Kreditwürdigkeit. Umschuldungen werden schwieriger, wenn Lastschriften auf dem Girokonto mangels Deckung nicht eingelöst werden oder der eingeräumte Dispokredit überzogen wird. Banken fordern nicht umsonst die Kontoauszüge des Privatkontos an: Neben den laufenden Ausgaben bringen sie so auch in Erfahrung, ob bereits finanzielle Probleme bestehen.

Eine Umschuldung sollte die Finanzierungskosten nicht nur dauerhaft senken, sondern auch kurzfristig zu einer Entlastung führen. Wenn das Geld knapp ist, kann das Budget durch eine längere Laufzeit vergrößert werden. Die meisten Banken bieten Laufzeiten von maximal 84 bis 96 Monaten an. Einige lassen sich auch auf 120 Monate ein.

Bei langfristigen Krediten ist neben dem Effektivzins auch eine günstige Ausstiegsmöglichkeit wichtig. Im Fall einer Kündigung fällt im Idealfall keine Vorfälligkeitsentschädigung an. Schließlich kann sich die Finanzsituation im Laufe der Zeit entspannen und eine raschere Tilgung zulassen.

Wenn die zur Umschuldung anstehenden Kredite nicht auf eine einmalige Belastung, sondern auf ein dauerhaftes Defizit in der privaten Haushaltsführung zurückzuführen sind, sollten die bstehenden Kreditlinien gekündigt oder zumindest deutlich zurückgefahren werden. Sonst wächst schleichend ein zweiter Schuldenberg an, dessen Ablöse dann deutlich schwieriger wird.